Das Zahlungssystem SIC

Für den Finanzplatz Schweiz betreibt SIX Interbank Clearing mit SIC eines der führenden Echtzeit-Bruttosysteme (RTGS) der Welt. Sie bietet den Systemteilnehmern Zahlungsverarbeitung und Liquiditätskontrolle in Echtzeit. SIC ist direkt ans weltweite Abwicklungs- und Settlementsystem für Devisentransaktionen Continuous Linked Settlement (CLS) angeschlossen.

Neben der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind praktisch alle Schweizer und auch zahlreiche ausländische Institute am SIC-System angeschlossen. SIC verwaltet ein Verrechnungskonto für jeden Teilnehmer, das über ein entsprechendes Girokonto bei der SNB ausgeglichen wird.

Die von den Systemteilnehmern eingelieferten Zahlungsaufträge werden mit elektronischer Unterschrift auf ihre Echtheit geprüft. Berechtigungen zur Datenerfassung werden anhand von Teilnehmerstammdaten überwacht. Ist eine übermittelte Zahlungsmeldung korrekt aufgebaut und wurde sie nicht zuvor schon eingeliefert, erhält das auftraggebende Institut eine positive Quittung. Ansonsten weist das System die Zahlungsmeldung als fehlerhaft ab. Bei genügender Deckung wird die Zahlung unwiderruflich und final verrechnet, das Verrechnungskonto der Teilnehmer belastet bzw. gutgeschrieben. Die Gutschriftsanzeige wird mit elektronischer Unterschrift an das Institut des Zahlungsempfängers weitergeleitet, das den Empfang elektronisch quittiert.

Die SNB kann jederzeit Deckungsprüfungen vornehmen und den einzelnen Instituten – bei Bedarf – Liquidität zuführen. Bei Unstimmigkeiten in der Verrechnung oder bei Problemen einzelner Teilnehmer ist die SNB in ihrer Eigenschaft als Systemaufseher berechtigt einzugreifen.

Abwicklung in Echtzeit

Transaktionen, die jederzeit eingeliefert und empfangen werden können, wickelt das System kontinuierlich und in Echtzeit ab – 24 Stunden am Tag gemäss den Bestimmungen des SIC-Clearingtages. Zahlungseingänge und -ausgänge lassen sich konstant überprüfen, so dass ein Systemteilnehmer sich jederzeit einen Überblick über den aktuellen Stand seines Verrechnungskontos zu verschaffen vermag.

Der SIC-Clearingtag

In der Zeitrechnung des Systems hat eine Woche fünf Tage. Der Clearingtag läuft zeitverschoben zum normalen Tag und dauert von 16.40 Uhr des Vorabends bis etwa 16.15 Uhr MEZ des aktuellen Tages, am Wochenende von Freitag, 16.40 Uhr, bis Montag 16.15 Uhr MEZ. An Wochenenden ausgelöste Transaktionen erhalten den nachfolgenden Montag als Verrechnungsdatum, da das System in der Zeit zwischen Samstag, 12.00 Uhr und Sonntag, 18.00 Uhr MEZ ausgeschaltet ist.

Nur gedeckte Überweisungen

Bei jeder Zahlung überprüft das System, ob der Betrag durch das Verrechnungskonto des betroffenen Instituts gedeckt ist. Nur bei vorhandener Deckung wird die Transaktion durchgeführt. Andernfalls gelangt die Zahlung in eine Wartedatei, wo sie so lange pendent gehalten wird, bis dank eingehender Zahlungen oder einer Liquiditätszufuhr die notwendige Deckung sichergestellt ist.

Technische Sicherheit

IBASEC, ein Interbanksicherheits-System, sorgt für die sichere, vertrauliche Übermittlung von täglich bis zu über zwei Millionen Transaktionen zwischen den Systemteilnehmern im Wert von über CHF 300 Milliarden. Folgende Anforderungen, die durch eine kombinierte Hardware- und Software-Lösung erfüllt werden, stehen dabei im Vordergrund:

  • Meldungen müssen unverfälscht übermittelt werden
  • Die Absender der Meldungen müssen eindeutig sein
  • Senden und Empfangen von Meldungen darf nicht bestritten werden können
  • Das Abhören von Meldungen während der Übertragung muss unmöglich sein

Kommunikation

Die teilnehmenden Institute sind über Finance IPNet am SIC-System angeschlossen. Die moderne Kommunikationsinfrastruktur ist ein IT-Netzwerk, das auf dem Internet-Protokoll basiert.