SEPA-Standardisierung

Die Schaffung des einheitlichen Euro-Zahlungsraums (SEPA) geht auf Initiative der EU-Behörden zur Integration des elektronischen Zahlungsverkehrs in Euro zurück. Der SEPA-Raum umfasst 34 Länder, darunter die Schweiz und Liechtenstein.

Die Vision von SEPA ist es, einen Euro-Zahlungsraum zu schaffen, in welchem der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr ebenso effizient abgewickelt werden kann wie der nationale Zahlungsverkehr in den einzelnen Staaten.

Koordinations- und Entscheidungsgremium der europäischen Bankenindustrie für den Zahlungsverkehr ist der European Payments Council (EPC). Dieser entwickelt u.a. die Verfahren für SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften, die helfen, den integrierten Euro-Zahlungsverkehrsmarkt zu realisieren.

Die Schweiz als Teil des SEPA-Raums

Im Jahr 2006 ist mit der Aufnahme der Schweiz in den Kreis der SEPA-Mitgliedsländer die ordnungspolitische Entscheidung des EPC gefallen. Für den Finanzplatz Schweiz war es schon vorher ausgemacht, dass eine Teilnahme der Schweizer Bankengemeinschaft geschäftspolitisch erwünscht und wirtschaftlich sinnvoll ist.

Voraussetzungen zur Teilnahme

Seit Januar 2008 können Überweisungen, seit November 2009 auch Lastschriften, nach den standardisierten und für alle Teilnehmerländer verbindlichen SEPA-Verfahren abgewickelt werden. Dabei haben auch die Schweizer Finanzinstitute die im Euro-Zahlungsraum geltenden Wettbewerbsbedingungen einzuhalten, sofern sie Euro-Zahlungen abwickeln. Darüber hinaus sind sie zwar an die EPC-Regelwerke, aber nicht an die EU-Verordnungen und -Richtlinien gebunden. So gilt beispielsweise die EU-Preisverordnung von 2009 oder die PSD für Schweizer Finanzinstitute nicht.

Jedes Finanzinstitut, das an den SEPA-Verfahren teilnehmen möchte, muss eine Vereinbarung (Adherence Agreement) unterzeichnen und damit dem EPC zusichern, dass es sich vorbehaltlos an die SEPA-Regelwerke hält. Im Weiteren verlangt der EPC von jedem Teilnehmer ein Rechtsgutachten (Legal Opinion), das zusichert, dass das Institut die Anforderungen der SEPA-Verfahren erfüllen kann.

Im Auftrag des Finanzplatzes Schweiz unterstützt SIX Interbank Clearing in ihrer Rolle als National Adherence Support Organisation (NASO) die Schweizer Finanzinstitute in den administrativen Fragen und begleitet den Anmeldeprozess.


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Weiterführende Informationen


SEPA-Überweisungen

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-Überweisungen ist das Regelwerk «SEPA Credit Transfer Scheme Rulebook», das Regeln, Abläufe & Standards definiert.

SEPA-Lastschriften

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-Lastschriften bilden die Regelwerke für Privat- & Firmenkunden.

SEPA-Kartenzahlungen

Das «SEPA Cards Framework» regelt den SEPA-konformen Einsatz von Debit- & Kreditkarten.